Die Sache mit der DeKonditionierung, Strategien, innerer Autorität und NichtSelbst

Da es in der letzten Supervision von 64keys unter anderem auch um DeKonditionierung ging, möchte ich hierzu auch mal wieder etwas schreiben. Die, die sich schon länger mit 64keys beschäftigen – bzw. eben die Mediathek durch arbeiten – werden gemerkt haben, dass diese Begrifflichkeit nicht wirklich vorkommt – nicht in der Intensität wie beim klassischen Human Design.

Vielleicht noch etwas vorweg – im klassischen Human Design gibt es einige Begriffe, die in 64keys keine entsprechende Relevanz haben:

Strategie = unsere Wirkung auf andere

  • Sakral definierte Typen = warte darauf, gefragt zu werden, damit dein Generator anspringen = antworten kann
    • UmsetzerIn / Generator = antworten
    • SpezialistIn / manifestierender Generator = antworten & informieren
  • KoordinatorIn / Projektor = warte auf die Einladung
  • InitiatorIn / Manifestor = informiere Menschen darüber, was du tust
  • BeobachterIn / Reflektor = warte für alle wichtigen EntScheidungen einen Mondzyklus ab

Wenn die Typen ihre Strategie nicht leben, entstehen daraus:

  • Sakral definierte Typen = Frust
  • Koordinatorin / Projektor = Verbitterung
  • InitiatorIn / Manifestor = Wut & Ärger
  • BeobachterIn / Reflektor = EntTäuschung

Diese Strategien waren einer der HauptGründe, warum ich vom klassischen Human Design System weg ging – und letztendlich zu 64keys wechselte. Ich bin Umsetzerin – ich liebe es, zu arbeiten – zu tun – und ich konnte mit dieser kolportierten Strategie nichts anfangen.

Also fragte ich in einem der ersten Seminare den Trainer, was ich als Generatorin tun könne, um nicht mein ganzes Leben auf irgendwen zu warten, der mich etwas fragt, damit mein Generator anspringt – und er meinte lapidar – „Lerne zu Warten, bis du gefragt wirst, damit dann dein Generator anspringen kann – oder auch nicht“.

Das war eine der Aussagen, die in meiner Welt keine Platz haben – wenn wer nur die Worte einer Bibel – oder eines Gurus nachplappert, den kann ich als meinen Lehrer nicht anerkennen – geschweige denn für voll nehmen – sorry, ist so – wer mir keine Alternativen aufzeigt – oder mir Dinge begründen kann – der lebt in einer anderen Welt.

Wobei ich noch anmerken möchte, dass ich Ra nicht als einen der aktuellen selbsternannten Gurus sehe, sondern als Jemanden, der wusste, was er tat – was mir damals aufgestoßen war, war, dass ein Lehrer, der mein Profil kannte, mir eine derartige Antwort gab – ohne sich etwas dabei zu denken.

Ja – ich schloss mal wieder von mir auf andere – denn, wenn ich weiß, dass jemand Profil 4/6 hat – also ein opportunistisches Rollenvorbild ist – dann gebe ich dieser Person eine andere Antwort – und wenn ich ihr nur dazu rate, mal etwas zu experimentieren – aber dieses kategorische – „ist so – warte gefälligst, bis du gefragt wirst“ – sorry – nicht meine Welt.

Ich war danach übrigens bei einem Analytiker, der nach dem klassischen Human Design System arbeitet – und der erklärte mir, dass ich zwar immer darauf achten solle, ob mein Generator anspringt – aber ich muss nicht warten, bis mich ein Mensch fragt – ich kann auf Alles re.agieren, was mir begegnet – und wo eben mein Generator anpringt – das war eine Aussage, mit der ich was anfangen konnte.

innere Autorität = wie wir ent.scheiden sollten

  1. Wenn das EmotionalZentrum definiert ist
    emotionale Autorität = eine Nacht drüber schlafen
  2. Wenn das Emo offen ist, aber das SakralZentrum (Generator) definiert
    sakrale Autorität = überprüfe, ob der Generator anspringt
  3. Wenn Emo & Sakral offen sind, aber das MilzZentrum definiert
    MilzAutorität = weiß die Antwort oftmals schon, bevor die Frage fertig gestellt wurde
  4. Wenn Emo & Sakral & Milz offen sind, aber das EgoZentrum definiert
    EgoAutorität = hier geht es um WillensStärke, die umgesetzt werden will
  5. Wenn Emo & Sakral & Milz & Ego offen sind, aber das G-Zentrum definiert
    Autorität aus dem eigenen SelbstVerständnis
  6. Äußere Autorität = speziell bei BeobachterInnen / Reflektoren
    für wichtige EntScheidungen sollte immer ein kompletter MondZyklus (=28 Tage) abgewartet werden

Ich habe zum Beispiel Sakral und Milz definiert – aber sie hängen nicht zusammen – weil ich eben auch einen DreifachSplit mein eigen nenne 😉 und ich habe beide Zentren noch dazu unbewusst definiert.

Das – darauf achten, ob der Generator anspringt – war dann auch so weit klar – aber trotzdem passte es nicht immer – und ich persönlich habe für mich die Erkenntnis erlangt – ich muss auf beide hören – und wenn sie unabhängig von einander positiv re.agieren, dann passt es auch.

Und darin bestätigt mich auch 64keys – dass wir uns nicht strikt und konsequent an die Worte des Human Design System Gesetzes halten müssen, sondern sehr wohl den für uns richtigen Weg finden dürfen.

Was ich allerdings auch immer wieder festgestellt habe – diese Grundregel – wenn das EmotionalZentrum definiert ist, sollte man keine spontanen EntScheidungen treffen – hat sich oftmals bewahrheitet – natürlich bei anderen Menschen, weil ich habs ja offen – ich darf und soll spontan sein 😉

Noch eine Ergänzung für alle, die sich noch nicht näher damit beschäftigt haben – laut klassischem Human Design System hat man eben eine innere Autorität – und zwar in der Reihenfolge, wie oben angeführt.

NichtSelbst

Hierbei geht es um unsere offenen Zentren – wobei ja jedes Zentren eine grundlegende Thematik hat – die, wenn es definiert ist, eben auf eine bestimmte Art und Weise (abhängig von den definierten Toren) ausgelebt wird. Wenn ein Zentrum offen ist, dann beeinflusst uns unsere Umwelt – und zwar auf unterschiedliche Art und Weise.

64keys arbeitet nicht mit dem NichtSelbst, weil auch, wenn wir Konditionierungen durch andere ausleben, wir trotzdem wir selbst sind – und jetzt nicht zwangsläufig unser Leben grundlegend verändern müssen – wenn wirs wollen, können wir einfach eben drauf schauen, ob diese konditionierten Befindlichkeiten in Bezug auf unsere offenen Zentren überhaupt unsere sind – und wenn es uns damit nicht gut geht – können wir sie ablegen.

Wenn jetzt also ein Zentrum offen ist – und wir vielleicht sogar von bestimmten Personen nachhaltig konditioniert wurden, dann können sich folgende Thematiken ergeben:

  • KronenZentrum
    Du denkst den ganzen Schrott der Menschheit mit
  • AjnaZentrum
    Sich und anderen beweisen wollen, dass man einen klaren und verlässlichen Verstand hat
  • KehlZentrum
    Sich in Szene setzen und um Aufmerksamkeit heischen
  • G-Zentrum
    Suche nach festgelegter Richtung und Liebe
  • SakralZentrum
    Nicht wissen, wann genug ist – in Bezug auf Arbeit und glauben, tun zu müssen/sollen
  • WurzelZentrum
    Je mehr du versuchst, den materiellen Druck los zu werden, desto mehr Stress entsteht
  • EgoZentrum
    Sich und anderen beweisen wollen, dass man wertvoll und willensstark ist
  • MilzZentrum
    Festhalten an Situationen aus irgend einer Angst heraus
  • EmotionalZentrum
    Harmoniesucht – Vermeidung von Konfrontationen

Wie können wir jetzt Lernen, aus diesem NichtSelbst raus zu kommen?

  • KronenZentrum
    Lerne zu unterscheiden, ob das, was du denkst, überhaupt etwas mit dir zu tun hat – oder der reine MindFuck der Welt ist.
  • AjnaZentrum
    Lerne, die mentalen Konzepte anderer Menschen zu erkennen.
  • KehlZentrum
    Finde die für dich stimmige Art, dich aus zu drücken.
  • G-Zentrum
    Wenn du dich an einem Ort nicht wohl fühlst, schau, mit welchen Menschen du dort zusammen bist – möglicherweise fühlst du dich mit anderen Menschen an diesem Ort wohl – das ist ein Zeichen dafür, dass dir manche Menschen eventuell nicht gut tun.
  • SakralZentrum
    Immer wieder inne halten und sich erholen = gilt für alle nichtsakralen Typen:
    • KoordinatorInnen / Projektor
    • InitiatorInnen / Manifestor
    • Beobachter / Reflektor
  • WurzelZentrum
    Halte in stressigen Situationen inne und erkenne, ob dieser Druck überhaupt irgend etwas mit dir zu tun hat.
  • EgoZentrum
    Mach dir immer wieder selbst bewusst, dass du wertvoll und willensstark bist, aber versprich nichts, was weiter in der Zukunft liegt, wel möglicherweise hast du dann keinen Bock drauf und setzt dich selbst unnötig unter Druck.
  • MilzZentrum
    Lerne, die gesundheitliche Befindlichkeit des Gegenübers zu erkennen.
  • EmotionalZentrum
    Hinterfrage in jeder emotionalen Situation, ob es überhaupt deine Emotionen sind – und wenn nicht, kannst du sie bei deinem Gegenüber ansprechen.

Das ist überhaupt DER Tipp in Bezug auf offene Zentren – in jeder Situation, die übertrieben und/oder übersteigert erscheint – einfach mal zu hinterfragen, ob das jetzt überhaupt etwas mit dir zu tun hat – und wenn nicht, einen mentalen Schritt zur Seite zu machen – und die Befindlichkeit deines Gegenübers einfach an dir vorbei ziehen zu lassen.

Im Coachingbereich ist es so, dass wir durch unsere offenen Zentren unser Gegenüber auf unterschiedlichen Ebenen wahrnehmen können – sofern wir schon gelernt haben, unterscheiden zu können, was wirklich „unseres“ ist – und was wir eben gerade vom Gegenüber wahr nehmen.

DeKonditionierung

Wenn jetzt die 3 vorgenannten Themen nicht den Stellenwert haben, wie sie ihn im klassischen Human Design System einnehmen, dann erübrigt sich auch die Thematik der DeKonditionierung, weil die ist eben nur dann wichtig – und kommt nur dann zum tragen – wenn wir eben unser NichtSelbst – oder nicht nach unserer Strategie und inneren Autorität leben.

Wenn wir – wie wir es in 64keys tun – dass jeder Mensch perfekt ist, wie er ist – und sich nicht ver.ändern MUSS, dann brauchen wir uns auch nicht dekonditionieren. Wobei ich doch froh war, diese Basics damals zu Beginn der HDS-Ausbildung gelernt zu haben – weil viele Menschen, die aus der klassischen Richtung kommen, einfach auch die Arbeit mit diesen Begrifflichkeiten brauchen.

Und ich für mich habe auch kein Problem mit dem Begriff an sich – werde aber im neuen WorkShop den Titel – „Erkenne deine Essenz“ – verwenden, wenn wir uns mit dieser DeKonditionierung beschäftigen.

Da ich ein offenes EmotionalZentrum habe und meine Eltern sehr stark emotional definiert waren, war es für mich eine nachhaltige Erleichterung, diese jahrzehntelangen Konditionierungen aufarbeiten und ablegen zu können. Und auch, dass ich endlich verstanden habe, dass nicht alles, was ich denke, wirklich „meins“ ist – von daher werde ich die Themen – in meiner Art und Weise – sehr wohl auch mit rein nehmen.


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