Profil 4/6 – opportunistisches Rollenvorbild

ursprünglich veröffentlicht am 2010-06-13

Im klassischen Human Design System heißt das Profil 4/6 – das opportunistische Rollenvorbild. Das war jetzt für mich irgendwie eine große Herausforderung, mich damit an zu freunden, dass ich sowas sein sollte.

Auf der einen Seite – ich und Rollenvorbild – und auf der anderen auch die Tatsache, dass ich aufgewachsen bin mit der Belastung, dass Opportunisten sowas wie Chamäleons sind – und das eher negativ belegt ist.

Dazu trägt jetzt zB auch Wikipedia ein grosses Stück bei:

im allgemeinen Sprachgebrauch eine Person, die zweckmäßig handelt, um sich der jeweiligen Lage anzupassen und einen Vorteil daraus zu ziehen. Opportunismus wird häufig mit politischem und sozialem Bezug als grundsatz- und charakterloses Verhalten beschrieben.

Naja, ich hatte ja schon einige Zeit, um mich mit meinem Profil auseinander zu setzen und an zu freunden – und zwischenzeitlich kann ich nicht nur authentisch behaupten – ja, bin ich – sondern habe auch kein Problem mehr mit den negativen Interpretationen, welche auftauchen können.

Was ich auch noch von Beginn an spannend empfand ist, dass meine beiden langjährigsten Freund.inn.en auch Profil 4/6 haben – und dies auf ganz unterschiedliche Art und Weise aus.leben als ich.

Doch warum ich heut dies zum Thema gemacht hab ist die Erkenntnis – aus mir und für mich – was es wirklich bedeutet – Opportunist zu sein – ich hatte heut in der Aufwachphase wieder mal so ein richtig nachhaltiges Aha-Erlebnis, dass ich gerne mit euch teilen möchte.

Ich hatte ja vor ziemlich genau einem Jahr einen unselbständigen Job gefunden, wo ich als Coach und zukünftige Leitung aufgenommen wurde.

Nicht mal ein Vierteljahr später sprang ich vom 10-Meter-Brett in einen Fettnapf und bekam daraufhin die Meldung, dass meine Kompetenz als Leitung und Coach in Frage gestellt wird von der Geschäftsführung.

Naja, ich hab mich nach den neuen Gegebenheiten orientiert und versucht, dass für mich beste – im neuen möglichen Rahmen – zu machen. Klar kommt da dann auch noch mein Tor 7 in der Linie 4 dazu – Thronverzicht – wenns mich nicht wollen, sollen sies bleiben lassen.

Was mich aber nicht dran gehindert hat, mich weiter rein zu steigern, um meine Arbeit nach besten Wissen und Gewissen zu erledigen. Mit Jahreswechsel kam ein neuer Chef, also war zumindest klar, dass ich dieses Thema abhaken kann.

Es war für einige Kolleg.inn.en nicht nachvollziehbar, dass ich einfach weiter machte. Klar hat es mich nicht kalt gelassen – war ich nach dem ersten Schock auch kurz wütend – aber im Endeffekt hab ich die Vor- und Nachteile abgewogen – und beschlossen – opportunistisch das Beste draus zu machen was möglich ist.

Es gab dann auch noch ein Mißverständnis, dass ich nämlich über 2 Monate dachte, es steht noch immer zur Debatte, dass ich in beiden Funktonen als unfähig gehandelt werden würde – und als sich das aufklärte meinte meine damalige Chefin:

„Also wenn ich davon ausgehen müsste, dass ich als Coach in Frage gestellt wäre, würde mich in dieser Firma nichts mehr halten.“

Und sie konnte es überhaupt nicht nachvollziehen, dass ich das ganz anders sehe. Egal ich hatte es dann relativ schnell vergessen – bis vorigen Montag – da hatten wir Teambesprechung – und ich stellte mich auf ein Krisengespräch ein, weil ich wusste, dass ich die Halbjahresvorgaben nicht erreiche – und dachte, wir werden jetzt sicher Brainstorming machen, was wir gemeinsam noch ver.ändern und retten könnten.

Zugegeben, ich hatte noch immer den unbewussten Traum von der Existenz von etwas, was sie im weitesten Sinn „Team“ nennen könnte. Naja, – denn 1. kommt es anders – und 2. als frau denkt.

Kurz und gut – nach drei Stunden war das Resumée – dass man sich von mir trennen wird müssen, weil Kundenakquise Teil meines Vertrages sei – und ich das anscheinend nicht schaffe – obwohl ich den Rest meiner Arbeit zur vollsten Zufriedenheit erledige.

Hm – ich war kurzfristig einfach nur sprachlos – hab dann aber postwendend alle Stellen angerufen, worauf ich aufpassen muss, wenn ich jetzt dann arbeitslos bin – was ich tun müsse, mich wann wo melden, etc.

Bis dann wirklich die mündliche Kündigung eintraf – 3 Stunden später – war eigentlich schon wieder eine neue Richtung in mir entstanden, wie ich mein Pläne, die ich eigentlich für den Rest des Jahres noch hatte – in einem für mich stimmmigen Rahmen ändern werde müssen.

Nein – ich habe auch diesmal nicht darum gebettelt, dass man mich behält – wie es ist, so ist es – warum sollte ich Energien vergeuden, um irgend einer/einem der OberChefs beweisen zu wollen, dass ich doch gut sei (achja 7.4 ;-).

Mir persönlich reicht es, wenn ich weiß, dass ich mein Bestmögliches getan habe. Auch diesmal kam die Aussage – wenn du weißt, dass du den Vertrag nicht erfüllen kannst, solltest du entsprechende Konsequenzen ziehen.

Ich wußte momentan zwar nicht wirklich, was damit gemeint war – aber ich war mir auch keiner Schuld bewusst, dass ich etwas versäumt hätte – und wenn mein Arbeitgeber mit meinen Leistungen nicht zufrieden ist, kann er eigentlich nicht von mir erwarten, dass ich kündige – weils ihm besser in den Kram passen würde 😉

Wie auch immer – nach einer heftigen Nacht gabs Dienstag früh den neuen Schlachtplan – und die ersten Ansätze, diesen zu verwirklichen. Was ich allerdings innerhalb kürzester Zeit getan habe ist, von diesem Job meine Energien ab zu ziehen.

Ursprünglich hatte ich ja vor, mich in den nächsten Tagen ernsthaft dahinter zu klemmen, zu schauen, wie ich zum Lebens- und Sozialberater komme – also die Voraussetzungen weiß ich ja eh schon.

Aber ich habe einige Insitute ins Auge gefasst gehabt und hatte vor, diese noch im Juni an zu schreiben um zu eruieren, wie viel sie jeweils von meiner NLP-Ausbildung anerkennen würden.

Die Frage stellt sich jetzt nicht mehr – weil da ich grad mit Bank verhandle, dass ich meinen Kredit ver.ändern kann – brauch ich gar nicht überlegen, eine neue Ausbildung zu beginnen, wenn ich ab 1.8. arbeitslos bin – da komm ich dann nicht mal ohne was Zusätzlichem über die Runden.

Bitte das jetzt nicht aus „raunzen“ verstehen – es sind die momentan aktuellen Fakten – und ich hab jetzt noch eineinhalb Monate Zeit, um mir Alternativen zu überlegen – und Bewerbungen zu schreiben – damit es dann relativ übergangslos weiter geht.

Und genau das ist jetzt die positive Seite meines opportunistischen Rollenvorbildes – das im PentaDesign übrigens „Einfluss als teilnehmendes Vorbild“ heisst.

Ich vergrab mich nicht sofort in Selbstmitleid und Frust auf die böse Menschheit – ich lasse mich von einer doch relativ nachhaltigen Änderung inspirieren, wieder mal auf Hochform auf zu laufen.

Das grosse Problem, was ich jetzt noch habe ist, dass mir das Coaching von Menschen immner schon unheimlich viel gegeben hat – ich das aber auf selbständiger Basis nicht machen darf, wenn ich nicht Lebens- und Sozialberater bin – und den kann ich mir jetzt nicht mehr leisten – und dann kommt noch dazu, dass es auch wenige Organisationen gibt, die ausgebildete Coaches unselbständig anstellen.

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