offenes Emotionalzentrum – die xte

ursprünglich veröffentlicht am 2008-08-31

Hi Ihrs,

war jetzt länger nicht mehr aktiv – aber ist so viel passiert in meinem Leben, was mich zu einer intensiveren Auszeit gezwungen hat – naja, ich hab sie mir einfach gegönnt, um einiges auf die Reihe zu bringen, was mich schon länger belastet hat.

Was ich heute beschreiben möchte ist mein Aha-Erlebnis der letzten Wochen, speziell eben in Bezug auf mein komplett offenes Emotionalzentrum – komplett offen, weil ich kein einziges Tor dort habe – d.h. ich werde emotional immer und überall konditioniert durch meine Umbgebung.

Und jetzt war ich mal 2 Wochen „allein zu Hause“ – und auf einmal war ich wieder mal „ganz anders wie sonst“ – und das gab mir nachhaltig zu denken. Diese emotionale Kühle, welche ich in den letzten Jahren immer mehr erlebt habe – war die überhaupt meine?

Naja, schon auch – weil auch mein Mann ein komplett offenes Emotionalzentrum hat – wie auch meine Tochter, die aber von meinem 1. Mann ist.

Wie auch immer – zwei komplett offene Emotionalzentren – beide von der jeweiligen Umwelt beeinflusst – ich leite und unterrichte in Maßnahmen für gefrustete Langzeitarbeitslose – mein Mann sitzt zu Hause vor seinem Schleppdepp.

Jetzt geh ich zwar mal davon aus, dass, wenn ich Energien über die Ferne übertragen kann – auch Emotionen über die Ferne übertragen werden können – allerdings wahrscheinlich eher weniger von irgendwelchen Spielen.

Wie auch immer, bleiben wir bei meinem Part – ich arbeite mit nachhaltig gefrusteten Menschen – nehme diesen Frust nicht nur wahr, sondern auch auf – und lebe ihn verstärkt aus – das kann ich sofort unterschreiben.

Dann komm ich heim zu einem Mann, der relativ entspannt und unbeteiligt ist – sich aber durch meinen Frust dann nachhaltig abkapselt. Und ich nehme daher zu Hause seine Kälte wahr – und verkrieche mich in einer ähnlichen Emotion.

Dann werde ich durch einen Krankenhausaufenthalt aus dieser gefrusteten Lethargie gerissen und beginne, nach zu denken, während ich 2 Nächte im Krankenhaus verbringe – und auf einmal sehe ich das Leben mit allen seine Facetten – ich beschränke mich nicht mehr auf die emotionale Kälte, sondern nehme wieder mal andere Emotionen außer Frust und Lethargie wahr.

Und irgendwie kam ich „auf den Geschmack“, wieder leben zu wollen – mit allen Facetten, die es gibt – und ich kommunizierte das auch, dass mich der aktuelle Zustand nicht befriedigt.

Was mein Mann dabei mißverstanden hat war, dass ich von Emotionen redete – und er Sex verstand. Dadurch kam aber der Stein ins rollen, der meine Emotionen wieder freischaufelt, besser gesagt – der Bagger auffuhr, welcher die Mauer um meine Emotionen nieder reißen konnte.

Es hat jetzt noch fast ein Jahr gedauert, bis ich das Thema wirklich angeschaut habe – und auch endlich ein großes Stück weiter gekommen bin.

Mir hat ein lieber Freund Körperarbeit empfohlen, nachdem ich weder mit Aufstellungen, noch mit einer Rückführung an dieses mein großes Thema heran kommen konnte.

Und ein anderer langjähriger Freund hat mir jetzt beim auf- und abarbeiten geholfen – er hat mir einen geschützten Rahmen geschaffen, in dem ich mich endlich wieder öffnen konnte – und auch die für mich normalen Emotionen empfinden konnte.

Heraus kam, dass ich mich jetzt 37 Jahre lang für den Tod meines Bruder verantwortlich fühlte – genau kann ichs noch nicht beschreiben, aber ging so in die Richtung, weil ich ihn geliebt hatte – und dann mit ihm stritt – musste er sterben.

Was natürlich vom Verstand her Blödsinn ist – aber mir wurde dabei auch bewusst, warum ich den Film „The Kid“ so liebe – da geht es um genau das gleiche Thema – der Junge bekommt mit 8 Jahren gesagt „deine Mutter ist gestorben, weil du schlimm warst“ und dann noch „wein jetzt nicht, werd endlich erwachsen“ – und jetzt – rückblickend weiß ich, was mir dieser Film immer schon sagen wollte.

Interessanterweise sind auch beide meiner Kater gestorben – und der zweite ist einfach verschwunden – nachdem ich sie angeschrieben hatte – au weia – welche Parallelen.

Wie auch immer – seit ich mich eben nicht mehr schuldig fühle – was durch die Körperarbeit auch gleich mit aufgearbeitet und losgelassen werden konnte – möchte ich aber auch gerne meine Emotionen ausleben – dürfen.

Und interessanterweise kann ich das nicht, wenn mein Mann in meiner Nähe ist – da mauere ich sofort wieder – das ist mir diese Woche so bewusst geworden – er kam ja am 17. von einem 17-tägigen Urlaub heim – und war dann ein paar Tage zu Hause – und diese Woche war er wieder von Dienstag bis Freitag weg – und ich hab es einfach genossen.

Also kam ich jetzt eben auf die Idee, dass diese emotionale Kälte und Distanz auch wieder nur was war, was ich übernommen hatte – wer auch immer ihn damit konditioniert hat – das ist nicht wirklich (mehr) mein Problem.

Auch – wenn da die Panik vor einer ungewissen Zukunft mit einer ziemlichen finanziellen Belastung ist – dieses Zulassen können meiner Emotionen wäre noch viel mehr wert. Und auch, wenn ich das Haus nicht behalten kann – ich werde endlich wieder leben – und auch meine ureigensten Emotionen aus-leben.

Offenes Emotionalzentrum heißt ja jetzt nicht, dass Mensch keine Emotionen hat – sie kommen nur nicht so schubweise – und oftmals sind es halt auch gar nicht die eigenen, die man ausleben will.

Wobei – eigentlich egal, obs meine sind – oder die von anderen Menschen – ich möchte jene Emotionen genießen, die mir wirklich gut tun – und die mich auch voll weiter bringen.

So sitz ich jetzt wieder hier und höre „Guardian Angel“ – volle Lautstärke im Kopfhörer – auf sowas steh ich – Lamour-hatscher, wie wir früher zu sagen pflegten – Schnulzen – Musik, die durch die Haut geht – bis ins Herz – ja, manchmal sogar bis in die Seele.

Leute – ich liebe das Leben

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